Was ist Qualitätssicherung und welche Methoden gibt es dabei?


Qualitätssicherung ist die Sicherstellung von Qualitätsanforderungen an ein Produkt oder eine Dienstleistung. Diese Anforderungen legt zuvor die Unternehmensleitung fest. Die Qualitätssicherung zielt darauf, das Vertrauen des Kunden in das Endprodukt zu erschaffen und zu erhalten. Dabei werden alle Aktivitäten mit einbezogen, die der Sicherstellung der definierten Anforderungen dienen. Wichtig ist zudem, dass dadurch keine erheblichen Mehrkosten für das Unternehmen entstehen und dass nach den geltenden Normen und Gesetzen gehandelt wird.

Das Ziel ist also das frühe Erkennen von Mängeln bzw. die Vorbeugung dieser. Die Qualitätssicherung darf allerdings nicht als punktueller Prozess gesehen werden. Sie ist vielmehr ein kontinuierlicher Prozess, der eine ständige Überprüfung der Kundenanforderungen im Fokus hat. Dabei kann dieser Prozess durch eine Vielzahl von Methoden unterstützt werden. Auf dieser Seite lernen Sie die wichtigsten QS Methoden und Werkzeuge kennen.

Was ist die Definition von Qualitätssicherung?

Laut ISO 9000:2015 bedeutet Qualitätssicherung, dass "ein Teil des Qualitätsmanagements darauf ausgerichtet ist, das Vertrauen in die Erfüllung der Qualitätsanforderungen zu schaffen". Sie soll also sicherstellen, dass der Kunde in die Produktqualität und schließlich auch in das Unternehmen selbst Vertrauen hat. Dies wird dadurch erreicht, dass die Anforderungen erfüllt sind und das Endprodukt fehlerfrei ist. Mit Kunde sind hierbei jedoch nicht nur die Endabnehmer der Produkte gemeint, sondern ebenso Mitarbeiter, Lieferanten, etc. Die Anforderungen entstehen also aus internen und externen Ansprüchen.

Was ist der Unterschied zwischen Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle?

Obwohl die beiden Begriffe "Qualitätssicherung" und "Qualitätskontrolle" oft synonym verwendet werden, gibt es entscheidende Unterschiede. Qualitätskontrolle bedeutet laut ISO 9000, dass "ein Teil des Qualitätsmanagements auf die Erfüllung der Qualitätsanforderungen ausgerichtet ist".

Der Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle

Die Qualitätssicherung bezieht sich also auf den gesamten Prozess mit dem die Produktqualität sichergestellt wird und Fehler vermieden werden (prozessorientiert). Dies beinhaltet auch die Aufstellung von Standards und Regeln. Die Qualitätskontrolle ist dann die Prüfung des Endproduktes auf Basis der festgelegten Standards (produktorientiert).

Welche Vorteile ergeben sich durch Qualitätssicherung?

Eine erfolgreiche Qualitätssicherung bietet Ihrem Unternehmen einige Vorteile. An erster Stelle steht dabei natürlich, dass die Anforderungen Ihrer Kunden erfüllt werde und dieser zufrieden ist. Dadurch steigern Sie nicht nur das Vertrauen in Ihre Produkte, sondern verbessern auch insgesamt Ihr Image. Die Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens wird dadurch stetig erhöht. Zudem können Sie durch Fehlervermeidung erheblich Ressourcen sparen. Denn zum einen fallen durch Fehler immer Kosten an, welche Ihnen dadurch erspart bleiben. Zum anderen fällt auch der zeitliche Aufwand hierfür weg.

Außerdem gewährleistet die Qualitätssicherung, dass die Vorgaben des Qualitätsmanagements eingehalten und richtig umgesetzt werden. Dies wiederum führt zu einem funktionierenden und effizienten Qualitätsmanagementsystem in Ihrem Unternehmen. Ebenso steigern Sie durch eine gesicherte Qualität Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Welche Aufgaben sind Teil der Qualitätssicherung?

Innerhalb der Qualitätssicherung gibt es einige Aufgaben. Unter anderem muss die Einhaltung normativer und intern festgelegter Richtlinien gewährleistet werden. Zudem soll die Produktion überwacht und die Kommunikation innerhalb des Unternehmens optimiert werden. Auch Schulungen der Mitarbeiter bezüglich der Einhaltung von Sicherheits- und Hygienestandards sind Teil von QS. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Aufgaben zusammengefasst:

  • Definition von Qualitätsstandards
  • Erfüllen der Qualitätsanforderungen
  • Sicherstellung der Qualität des Endproduktes
  • Optimierung von Prozessen
  • Sicherstellung dass Gesetze und Richtlinien eingehalten werden
  • Schulung der Mitarbeiter

Welche Ausbildung benötigen Sie für die Qualitätssicherung?


Mit unseren Schulungen zur Qualitätssicherung machen wir Sie fit für QS in Ihrem Unternehmen. Mit unseren Qualifizierung können Sie sich zu statistischen Methoden, der Messsystemanalyse, dem 8D-Report oder zudem zur Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse fortbilden. Hier finden Sie eine Übersicht zu unserem Gesamtangebot. Viele unserer Schulungen sind bereits als E-Learning Kurs verfügbar und können zudem von Ihnen / Ihren Mitarbeitern direkt im Unternehmen oder daheim durchgeführt werden.

Sie wünschen sich darüber hinaus ein auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Seminar zur Qualitätssicherung in Ihrem Unternehmen? Mit unseren Inhouse Schulungen kommen wir zu Ihnen und schulen Sie zu Ihrem Wunschthema. Gerne stehen wir Ihnen darüber hinaus auch bei der Einführung und Zertifizierung Ihres Managementsystems beratend zur Seite - sprechen Sie uns einfach an.

Erstellung einer Arbeitsanweisung

kostenloser E-Kurs

FMEA Basiswissen

(Fehler- Möglichkeits-
und Einfluss-Analyse)

FMEA-Moderator

(Fehler-Möglichkeits-
und Einfluss-Analyse)

FMEA Vorselektion

Abgrenzung des Betrachtungsumfangs

Die wichtigsten

QM Methoden

zur Qualitätssicherung

Prüfmittelbeauftragter und Prüfmittel- management

Problemanalyse - praxisgerechte
Methoden zur Fehler- ursachenanalyse

MSA und PPE

MessSystemAnalyse
und PrüfProzessEignung nach VDA 5


Wichtige Methoden und Werkzeuge der Qualitätssicherung


Die Methodenkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. Dabei können Sie zahlreiche Methoden nutzen. Es gibt hier kein universelles Rezept oder Vorgaben. Je nach Ausgangssituation, Kundengruppen und Qualitätszielen unterscheidet sich der Einsatz.

  • Statistische Methoden
    Typischerweise sind hier verschiedene Methoden zur Qualitätssicherung geeignet. Hier geht es hauptsächlich um ein Beobachten von Prozessen und der Verteilungsarten. Diese werden dann mit zahlreichen Testverfahren wie dem T-Test, dem F-Test oder dem Chi2-Test untersucht. So kann ein Rückschluss auf die Prozessfähigkeit geschlossen werden. Auch die Statistical Process Control (SPC) arbeitet nach statistischen Regeln und untersucht Prozesse mit Qualitätsregelkarten.
  • Messsystemanalyse und Prüfprozesseignung
    Mit der Messsystemanalyse (MSA) und der Prüfprozesseignung (PPE) wird sichergestellt, dass die verwendeten Messsysteme / Prüfmittel geeignet sind und die Messungen ohne fremde Einflüsse durchgeführt werden können.
  • Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse
    Mit der Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse haben Sie die Möglichkeit Fehlermöglichkeiten zu analysieren. Somit können Sie Prozesse so ausrichten, dass potentiell auftretende Fehler vor Ihrer Entstehung festgestellt und vermieden werden. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung
  • 8D-Report
    Tritt ein Problem auf, müssen Sie auf dieses sofort reagieren. Mit dem 8D-Report können Sie eingetretene Probleme mit einem schematischen Ablauf nach dem PDCA-Zyklus untersuchen und Lösungsansätze dafür finden. Die Methode kann ein Unternehmen bei der Qualitätssicherung unterstützen, um ein Problem systematisch mit Sofortmaßnahmen, Ursachenermittlung, Abstellmaßnahmen und einer Absicherung gegen Wiederholung des Fehlers zu beheben.
  • Audits
    Auch die Durchführung von Audits kann ein Werkzeug der Qualitätssicherung sein. Mit Audits können Sie z.B. externe Zulieferer / Lieferanten oder das eigene Unternehmen auf Normkonformität (z.B. nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001) überprüfen. Durch eine hohe Normkonformität können Sie gleichzeitig auch eine bessere Qualität der hergestellten Produkte oder Dienstleistungen gewährleisten.
  • Dokumentation
    Die Dokumentation spielt auch bei der Qualitätssicherung eine große Rolle. Die ISO 9000 schreibt dazu: Wenn Verfahren dokumentiert, geplant und verwirklicht sind, kann man verlässlich feststellen, wie Dinge laufend getan werden, und man kann die laufende Leistung messen.

Typische Methode der Qualitätssicherung - die Prozessfähigkeitsanalyse

Mit der Prozessfähigkeitsanalyse können Sie die Häufigkeitsverteilung eines Qualitätsmerkmals und dessen Toleranz untersuchen. Ziel ist die Bewertung der Prozessfähigkeit. Bei der Prozessfähigkeitsanalyse werden alle prozessbezogenen Einflüsse grundsätzlich über einen längeren Zeitraum berücksichtigt. Die Prozessfähigkeit wird daher auch als Langzeitfähigkeit bezeichnet und ist ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung.

Ist die Verteilung der Merkmalsausprägungen eines Prozesses nicht innerhalb der Toleranzbreite zentriert, so wird die Hälfte der Verteilung betrachtet, die den geringsten Abstand zur Toleranzgrenze hat. Allgemein werden Fähigkeitsuntersuchungen immer dann durchgeführt, wenn neue Prozesse oder Anlagen eingeführt werden, der Prozess sich verändert hat oder es zu örtlichen Verlagerungen von Prozessen oder Teilen von diesen gekommen ist. Neben der Prozessfähigkeit unterscheidet man zwischen zwei ergänzenden Fähigkeitsbetrachtungen:

  1. Messgerätefähigkeit (MGF)
    Eine Messgerätefähigkeitsuntersuchung verfolgt das Ziel, systematische und/oder zufällige Abweichungen eines Messgerätes zu ermitteln.
  2. Maschinenfähigkeit (MFU)
    Die Maschinenfähigkeitsuntersuchung ermittelt die Kurzzeitfähigkeit und wird beispielsweise nach einer Maschinenreparatur, einer Fertigungsumstellung oder bei zyklischen Fähigkeitsnachweisen im laufenden Betrieb benutzt. Das Ergebnis liefert eine Aussage über die Fertigungsgenauigkeit einer Maschine.

Welche Vorlagen, Musterdokumente und Checklisten benötigen Sie zur Qualitätssicherung?


Wir bieten Ihnen zahlreiche Checklisten und Mustervorlagen zur Qualitätssicherung an. Alle Vorlagen erhalten Sie in einem offenen Format, sodass Sie diese auf Ihre Bedürfnisse anpassen und direkt im Unternehmen verwenden können. Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik der Musterdokumente Qualitätssicherung.

Kostenlose Anleitung zur Erstellung einer Prozessbeschreibung mit Darstellungsvarianten

Kostenlose Muster Arbeitsanweisung als Vorlage zur Erstellung einer Arbeitsanweisung

VOLLZUGRIFF Vorlagendatenbank inklusive Vorlagen Pakete und Schulungsmodule

Vorlage und Beispiel für das Ishikawa Diagramm - Ursache-Wirkungs-Diagramm - kostenloser Download

Fehlersammelkarte inkl. Pareto-Auswertung und Anwendungsbeispiel

Sieben Qualitätswerkzeuge Q7 - Schulungsunterlagen - seven quality tools

Kurzschulung operative Qualitätssicherung - Qualitätssicherung kompakt


Wie wird die Qualität im Qualitätsmanagement definiert?


Im QM gibt es 3 Bestandteile, die die Qualität eines Produktes oder Prozesses definieren, lenken und sicherstellen. Diese drei Schritte sollen die kontinuierliche Verbesserung des QMS unterstützen. Die Qualitätssicherung beschreibt den dritten Teil - die Sicherung der zuvor definierten und gesteuerten Qualität. An dieser Stelle wollen wir Ihnen zunächst die einzelnen Bestandteile kurz vorstellen.

1. Qualitätsplanung

Die Qualitätsplanung ist auf das Festlegen der Qualitätsziele und der notwendigen organisatorischen Ausführungsprozesse sowie der zugehörigen Ressourcen zur Erfüllung der Qualitätsziele gerichtet. Für die Umsetzung der Anforderungen der Kunden, des Gesetzgebers und der relevanten Normen ist somit die Q-Planung verantwortlich, indem

  • die Produkteigenschaften,
  • die Realisierungsbedingungen und
  • die Qualitätsmerkmale

festgelegt werden.

Die Planung der Produkteigenschaften ist Bestandteil eines jeden Entwicklungsprozesses und meist im Pflichtenheft dokumentiert. Die dabei festzulegenden Qualitätsmerkmale leiten sich aus Kundenanforderungen, Markttrends, technischen Entwicklungen und aus den Randbedingungen (Verordnungen, gesetzliche Regelungen, Normen) ab. Die Anforderungen an das Produkt qualifizieren und präzisieren sich während des Entwicklungsprozesses, indem die Lasten des Kunden erfasst und in ein Pflichtenheft überführt werden. Die Planung der Realisierungsbedingungen erstreckt sich auf die durchzuführenden Tätigkeiten zur Realisierung des Produkts und die Menschen und Einrichtungen, welche die Tätigkeiten ausführen.

2. Qualitätslenkung

Aufgabe hierbei ist es, durch prüfende, überwachende und korrigierende Verfahren die Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Die Qualitätslenkung arbeitet wie ein Regelkreis: Aus den Ergebnissen der Qualitätsprüfung und der Analysen werden Sofortmaßnahmen (unmittelbare Qualitätslenkung) oder Maßnahmen als Qualitätsziele im Qualitätsplan (mittelbare Qualitätslenkung) abgeleitet, festgelegt und realisiert.

Typische Aktivitäten sind also

  • die Qualitätskontrolle,
  • die kontinuierliche Qualitätsregelung und
  • die statistische Qualitätsregelung.

3. Qualitätssicherung

Grundsatz der Qualitätssicherung ist, dass Qualität messbar sein muss. Die Qualitätssicherung versucht eine eindeutige Übereinstimmung der Produkte bzw. Dienstleistungen mit den Anforderungen an die Qualität herbeizuführen um Vertrauen dahingehend zu schaffen, dass eine Einheit die Qualitätsforderung erfüllen wird. Teilbereiche hierzu sind:

  • Vertrauensbildung in die Prozesse, durch die Ermittlung von Prozesskennwerten und Risikoanalysen.
  • Bildung von Vertrauen in die Produkte, durch Produktprüfungen anhand relevanter Merkmale und Testierung/Visualisierung der Ergebnisse.
  • Vertrauensbildung in das Unternehmen, durch Beurteilung der erreichten Systemqualität.

Nur fähige Prozesse sind in der Lage Output gemäß den Anforderungen zu erzeugen. Deshalb ist nicht nur das Produkt- oder die Dienstleistung selbst sondern auch der zugehörige Realisierungsprozess als strategischer Wettbewerbsfaktor entscheidend für den Unternehmenserfolg. Die Effizienz und die Qualität der wertschöpfenden Prozesskette beeinflussen hierbei im Besonderen die Realisierungskosten. Auf einen Prozess wirkende Maßnahmen sind ebenfalls auf dessen Qualitätsfähigkeit und Störungsunempfindlichkeit auszurichten. Je früher Methoden zur Optimierung zum Einsatz kommen, desto besser können wirtschaftliche Potenziale ausgereizt und unter geringeren Kosten eine höhere Produktqualität erreicht werden.


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Kati Brehmer
Produktmanagement Training & PRO SYS
Tel.: 07231 92 23 91 - 29
E-Mail: kbrehmer@vorest-ag.de


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