Klimamanagement im Unternehmen einfach erklärt – Definition, Aufgaben, Ziele


Klimamanagement umfasst alle systematischen Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Treibhausgasemissionen erfassen, steuern und reduzieren sowie klimabezogene Risiken bewerten und steuern. Es verbindet strategische Zielsetzungen mit operativer Umsetzung und schafft Transparenz über die eigene Klimawirkung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für Unternehmen gewinnt das Klimamanagement zunehmend an strategischer Bedeutung. Regulatorische Anforderungen wie die CSRD, steigende Erwartungen von Kunden und Investoren sowie wirtschaftliche Risiken durch den Klimawandel erfordern eine strukturierte Herangehensweise. Unternehmen müssen ihre Klimawirkung nachvollziehbar darstellen, fundierte Entscheidungen treffen und entsprechende Maßnahmen gezielt umsetzen.

Bei der VOREST AG verstehen wir Klimamanagement als integralen Bestandteil moderner Managementsysteme. Entscheidend ist dabei die praktische Umsetzbarkeit im Unternehmen – mit klaren Strukturen, belastbaren Daten und einer konsequenten Verankerung in den Geschäftsprozessen.

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Was ist Klimamanagement – die Definition

Klimamanagement im Unternehmen ist die systematische Erfassung, Steuerung und Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie der Umgang mit Klimarisiken.

Es beschreibt alsoeine strukturierte und kontinuierliche Vorgehensweise zur Steuerung der klimarelevanten Auswirkungen eines Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen dabei die Identifikation, Bilanzierung und Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie der Umgang mit klimabedingten Risiken.

Grundlage eines wirksamen Klimamanagements ist die systematische Erfassung aller relevanten Emissionsquellen. Diese werden üblicherweise nach dem GHG Protocol in Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 (indirekte Emissionen aus Energie) und Scope 3 (indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette) unterteilt. Erst auf dieser Basis können belastbare Ziele definiert und geeignete Maßnahmen abgeleitet werden. Es ist dabei nicht als einmaliges Projekt zu verstehen, sondern als kontinuierlicher Prozess, der strategisch gesteuert und regelmäßig überprüft wird. Es umfasst sowohl operative Maßnahmen zur Emissionsreduktion als auch die Integration klimabezogener Aspekte in unternehmerische Entscheidungen.

Was versteht man unter einem Klimamanagementsystem?

Ein Klimamanagementsystem ist die organisatorische und methodische Struktur, mit der Unternehmen ihr Klimamanagement umsetzen und steuern. Es definiert Verantwortlichkeiten, Prozesse, Methoden und Kennzahlen zur Erfassung und Reduktion von Emissionen.

Ähnlich wie bei anderen Managementsystemen basiert auch das Klimamanagement auf einem systematischen Ansatz:

  • klare Verantwortlichkeiten
  • definierte Prozesse
  • messbare Ziele
  • regelmäßige Überprüfung und Verbesserung

In der Praxis wird Klimamanagement häufig in bestehende Systeme integriert, insbesondere in:

Ein wirksames Klimamanagementsystem zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht isoliert betrieben wird, sondern eng mit strategischen und operativen Unternehmensprozessen verknüpft ist.

Anknüpfungspunkte zwischen Klimamanagement, Umweltmanagement und Energiemanagement mit gemeinsamen Elementen wie Strategie, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen als tabellarische Darstellung
Anknüpfungspunkte zwischen Klimamanagement, Umweltmanagement und Energiemanagement mit gemeinsamen Elementen wie Strategie, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen als tabellarische Darstellung

Welche Vorteile hat Klimamanagement im Unternehmen?

Ein strukturiertes Klimamanagement führt zu messbaren Verbesserungen in mehreren Bereichen des Unternehmens. Insbesondere ergeben sich folgende Vorteile:

  • Reduktion von Energie- und Ressourcenkosten durch systematische Analyse von Verbräuchen
  • Erfüllung regulatorischer Anforderungen, insbesondere im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung (z. B. CSRD)
  • Erhöhte Transparenz über Emissionen und Risiken, insbesondere entlang der Lieferkette
  • Verbesserung der Marktposition, da Nachhaltigkeit zunehmend ein Entscheidungskriterium für Kunden ist
  • Risikominimierung, z. B. durch frühzeitige Anpassung an klimabedingte Veränderungen
  • Stärkung der Reputation gegenüber Investoren und Stakeholdern

Ein wirksames Klimamanagement ist damit nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern ein strategisches Steuerungsinstrument für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Was sind typische Ziele im Klimamanagement?

Das Klimamanagement verfolgt mehrere zentrale Ziele, die sich direkt auf die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens auswirken:

  • Reduktion von Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
  • Erhöhung der Energieeffizienz in Prozessen und Infrastruktur
  • Transparente Berichterstattung über Klimawirkungen und Maßnahmen
  • Anpassung an klimabedingte Risiken, z. B. durch resilientere Prozesse
  • Erreichung von Klimaneutralität oder wissenschaftsbasierten Klimazielen

Diese Ziele werden in der Regel kurz-, mittel- und langfristig definiert und regelmäßig überprüft.

Was sind typische Aufgaben im Klimamanagement?

Die Aufgaben im Klimamanagement orientieren sich an einem strukturierten Managementansatz und umfassen insbesondere:

  • Schulung und Sensibilisierung: Einbindung von Mitarbeitenden in die Umsetzung des Klimamanagements
  • Treibhausgasbilanzierung (Carbon Footprint): Erfassung und Bewertung aller relevanten Emissionen nach anerkannten Standards (z. B. GHG Protocol)
  • Klimastrategie entwickeln: Festlegung von Zielen, Prioritäten und Maßnahmen zur Emissionsreduktion
  • Maßnahmenplanung und Umsetzung: Identifikation konkreter Reduktionsmaßnahmen, z. B. in Energie, Beschaffung oder Logistik
  • Monitoring und Kennzahlensteuerung: Überwachung von Emissionen und Fortschritten anhand definierter KPIs
  • Risikobewertung: Analyse klimabedingter Risiken für das Unternehmen (z. B. physische oder regulatorische Risiken)
  • Berichterstattung: Erstellung von Klimaberichten im Rahmen von ESG- oder Nachhaltigkeitsanforderungen

Der PDCA-Zyklus im betrieblichen Klimamanagement

Ein wirksames Klimamanagement folgt einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, dem sogenannten PDCA-Zyklus.

  • Plan: Emissionen analysieren, Ziele definieren, Strategie festlegen
  • Do: Maßnahmen umsetzen
  • Check: Ergebnisse messen und bewerten
  • Act: Maßnahmen anpassen und optimieren

Ist dieser PDCA Zyklus schließlich durchlaufen, beginnt er wieder von neuem. Somit wird sichergestellt, dass das Klimamanagement dauerhaft wirksam bleibt und kontinuierlich verbessert wird.

Die 4 Grundpfeiler für ein erfolgreiches Klimamanagement

Ein wirksames Klimamanagement basiert auf vier zentralen Grundpfeilern:

  • Transparenz schaffen (THG-Bilanz & Datenmanagement)
    Erfassung und Auswertung aller relevanten Emissionen als Grundlage für fundierte Entscheidungen
  • Strategie festlegen (Klimastrategie & Ziele)
    Definition von Klimazielen und strategischer Ausrichtung des Unternehmens
  • Umsetzung steuern (Maßnahmen & KPIs)
    Ableitung konkreter Aktionspläne sowie Steuerung über Kennzahlen (Key Performance Indicators)
  • Überprüfung & Kommunikation (Reporting & Management Review)
    Regelmäßige Bewertung der Wirksamkeit sowie transparente Kommunikation gegenüber Stakeholdern

Diese vier Elemente folgen dem PDCA-Zyklus und ermöglichen ein strukturiertes Klimamanagement im Unternehmen.

Wie entwickeln Unternehmen eine Klimastrategie?

Die Klimastrategie bildet die Grundlage für ein strukturiertes Klimamanagement. Sie definiert, wie ein Unternehmen seine Emissionen reduziert und mit klimabezogenen Risiken umgeht. Ziel ist dabei häufig die Klimaneutralität.

Klimamanagement Prozess im Unternehmen mit THG-Bilanz, Datenmanagement, Klimastrategie, Aktionspläne, KPIs, Kommunikation und Management Review im Kreislauf dargestellt.
Klimamanagement Prozess im Unternehmen mit THG-Bilanz, Datenmanagement, Klimastrategie, Aktionspläne, KPIs, Kommunikation und Management Review im Kreislauf dargestellt.

Zentrale Elemente einer Klimastrategie sind:

  • Festlegung klarer Klimaziele
  • Berücksichtigung aller relevanten Emissionsquellen (Scope 1–3)
  • Priorisierung von Maßnahmen nach dem Prinzip Vermeiden → Reduzieren → Kompensieren
  • Integration in bestehende Unternehmensstrategien
  • Einbindung von Lieferanten und Partnern

Eine belastbare Klimastrategie basiert auf Daten (z. B. einer THG-Bilanz) und wird regelmäßig überprüft und angepasst.

Hier erfahren Sie mehr zur Erfassung der THG-Emissionen in der Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz).

Der Begriff Klimaneutralität

Klimaneutralität bedeutet, dass das menschliche Handeln keinen Einfluss auf das Klima hat. Dies ist möglich, indem der Ausstoß von Treibhausgasen maximal reduziert und verbleibende Emissionen kompensiert werden, beispielsweise über zertifizierte Klimaschutzprojekte.

Viele Unternehmen bezeichnen ihre Produkte oder Dienstleistungen inzwischen als klimaneutral – aber auch zu Recht? In der Praxis ist es wichtig, den Begriff differenziert zu betrachten. Nicht jede Aussage zur Klimaneutralität ist gleich zu bewerten.

Video: Was bedeutet Klimaneutralität wirklich?

In unserem YouTube-Video wird der Begriff Klimaneutralität verständlich erklärt und eingeordnet. Sie erfahren, was hinter der Bezeichnung steckt und worin sich diese von den Begriffen CO2-Neutralität und Treibhausgas-Neutralität unterscheidet.

Welche Standards und Normen gibt es im Klimamanagement?

Die „eine“ etablierte Norm für das Klimamanagement – wie man es zum Beispiel im Qualitätsmanagement nach ISO 9001 kennt – gibt es (aktuell) nicht. Stattdessen greifen Unternehmen auf verschiedene Normen und Standards zurück, die jeweils einzelnen Aspekte des Klimamanagements abdecken. Oftmals wird das Klimamanagement dabei an bestehende Managementsysteme, beispielsweise dem Umweltmanagement oder Energiemanagement angeknüpft.

Zu den wichtigsten gehören:

  • GHG Protocol – Standard zur Treibhausgasbilanzierung (Scope 1–3)
  • ISO 14064 – Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen
  • ISO 14067 – CO₂-Fußabdruck von Produkten (Product Carbon Footprint)
  • ISO 50001 – Energiemanagementsysteme
  • ISO 14001 – Umweltmanagementsysteme

Diese Standards bilden die methodische Grundlage für ein strukturiertes Klimamanagement und werden in der Praxis häufig miteinander kombiniert.

Die Zukunft des Klimamanagements

Klimamanagement entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Insbesondere folgende Entwicklungen sind relevant:

  • Integration in ESG-Strategien und Berichterstattung (CSRD)
  • Stärkere regulatorische Anforderungen auf EU-Ebene
  • Zunehmende Bedeutung von Scope-3-Emissionen
  • Digitalisierung und datenbasierte Steuerung von Emissionen

Unternehmen, die Klimamanagement frühzeitig strukturiert implementieren, schaffen sich langfristige Wettbewerbsvorteile und reduzieren regulatorische Risiken.

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Ein wirksames Klimamanagement erfordert fundiertes Wissen über Methoden, Standards und praktische Umsetzung. Genau hier setzen die Qualifizierungen der VOREST AG an. Mit unseren Klimamanagement-Ausbildungen unterstützen wir Sie, den Klimaschutz in Ihrem Unternehmen zu fördern.

Unsere Inhouse-Schulungen zum Klimamanagement helfen Ihnen zudem, die Inhalte direkt auf Ihre Organisation zu übertragen und wirksam umzusetzen.

Betrieblicher Klimaschutz - Von der Treibhausgasbilanz zur wirksamen Klimastrategie

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Aufbauwissen Klimamanagement - Vom Energiemanagement ISO 50001 und/oder Umweltmanagement ISO 14001 zum Klimamanagement

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Seminar Klimaneutralität - mit ISO 14068 zu Treibhausgasneutralität & Net Zero

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Schulung zur Anwendung der ISO 14068 zur Erreichung der Klimaneutralität mit Methoden zur Messung von Emissionen und zur Reduzierung von Treibhausgasen im Unternehmen.

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Kostenloser Gesamtkatalog der VOREST AG zum Download

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Mail: skaya@vorest-ag.de
Telefon: 07231 92 23 91 33

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Telefon: 07231 92 23 91 37


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Wichtige Fragen rund ums Klimamanagement

Was versteht man unter Klimamanagement im Unternehmen?

Klimamanagement im Unternehmen ist die systematische Erfassung, Steuerung und Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie der Umgang mit klimabedingten Risiken.

Was ist der Unterschied zwischen Klimamanagement und Klimaschutz?

Klimaschutz umfasst Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen, während Klimamanagement deren strukturierte Umsetzung und Steuerung im Unternehmen beschreibt.

Welche Rolle spielt die Treibhausgasbilanz im Klimamanagement?

Die Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) erfasst alle Emissionen eines Unternehmens und bildet die Grundlage für Klimaziele und Maßnahmen.

Was ist ein Corporate Carbon Footprint?

Der Corporate Carbon Footprint (CCF) beschreibt die gesamte Menge an Treibhausgasemissionen, die ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums verursacht. Er umfasst direkte und indirekte Emissionen und dient als Grundlage für Klimastrategien.

Wie unterscheidet sich der Product Carbon Footprint vom Corporate Carbon Footprint?

Der Product Carbon Footprint (PCF) betrachtet die Emissionen eines einzelnen Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus. Der Corporate Carbon Footprint hingegen umfasst alle Emissionen eines Unternehmens.

Welche Rolle spielt die Lieferkette im Klimamanagement?

Die Lieferkette spielt eine zentrale Rolle, da ein großer Teil der Emissionen häufig in Scope 3 entsteht. Unternehmen müssen daher auch Lieferanten und externe Partner in ihr Klimamanagement einbeziehen.

Welche Qualifikation benötigt man für Klimamanagement?

Für die Umsetzung eines Klimamanagements sind Kenntnisse in Treibhausgasbilanzierung, Klimastrategie und relevanten Standards erforderlich. Entsprechende Schulungen vermitteln das notwendige Wissen, um Klimamanagement systematisch im Unternehmen aufzubauen und weiterzuentwickeln.

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Die Inhalte dieser Seite wurden vom Redaktionsteam der VOREST AG erstellt. Das Redaktionsteam besteht aus erfahrenen Trainern und Beratern für ISO-Managementsysteme und internationale Standards.

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