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Was ist Energiemanagement nach der Norm ISO 50001?

Das Wort Energiemanagement (nach DIN ISO 50001) wird aus den Worten ""Energie"" und ""Management"" zusammengesetzt und bedeutet so viel wie das ""Führen der Mitarbeiter zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung"". ""Management"" ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen und wird aus den Begriffen ""manus"" (Hand) und ""agere"" (führen) zusammengesetzt. Die freie Übersetzung wäre dementsprechend ""an der Hand führen"", also das Leiten von Personen. Bezogen auf das Energiemanagement bezieht sich das Ganze auf das Leiten, Lenken und Steuern der betrieblichen Abläufe mit dem Ziel die Unternehmensziele zu erreichen und die Unternehmenspolitik umzusetzen.

Beim zweiten Teil, dem Wort Energie, spricht man oft über die sogenannte Endenergie (mehr Infos dazu im Abschnitt weiter unten). Kombiniert sollen also betriebliche Abläufe mit dem Ziel, die Nutzung der Endenergie zu verbessern gesteuert, gelenkt und geleitet werden. Oft wird der Begriff noch ergänzt zum ""Energiemanagementsystem"". Ein System beschreibt die systematische Vorgehensweise zum Erreichen von Zielen. Im Energiemanagementsystem nach ISO 50001 wird diese systematische Vorgehensweise durch den PDCA Zyklus sichergestellt.


Welche Ausbildung benötigen Sie zur Einführung oder Betreuung Ihres Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001?


Mit unseren Schulungen zum Energiemanagement nach DIN ISO 50001 machen wir Sie fit für die Einführung oder laufende Betreuung und Weiterentwicklung Ihres Energiemanagementsystems. Mit unserer modularen Qualifizierung können Sie mit dem Lehrgang Basiswissen ISO 50001 in die Grundlagen der Energiemanagement Norm einsteigen oder sich zum Internen Auditor ISO 50001, Managementbeauftragten für Energiemanagement oder externen Auditor ausbilden. Hier finden Sie eine Übersicht zu unserem Gesamtangebot. Viele unserer Schulungen sind bereits als E-Learning Kurs verfügbar und können zudem direkt im Unternehmen oder daheim durchgeführt werden.


Der PDCA-Zyklus zur kontinuierlichen Verbesserung

Die Grundlage für alle modernen Managementsysteme bildet der PDCA-Zyklus. Auch im Energiemanagement nach ISO 50001:2018 ist der PDCA-Zyklus die Grundlage aller Systematik. PDCA steht für die einzelnen Phasen, welche im Englischen Plan, Do, Check und Act (im Deutschen Planen, Durchführen, Überprüfen und Handeln / Verbessern) heißen. So werden alle Aufgaben geplant und anschließend nach der Planung durchgeführt. Nach der Durchführung müssen Sie überprüfen, ob die Maßnahmen tatsächlich zu dem geplanten Ergebnis geführt haben. Wenn sich bei der Überprüfung Probleme herausstellen, müssen Sie entsprechend handeln. Durch das Abstellen von Problemen und der Festlegung von Maßnahmen, können Sie auf eventuelle Probleme reagieren, um die ursprünglichen Ziele doch noch zu erreichen. Nach diesem Schritt beginnt der Zyklus von vorne mit den nächsten Planungsschritten. Somit erreichen Sie eine kontinuierliche Verbesserung - im Fall des Energiemanagementsystems nach ISO 50001 eine effiziente Nutzung der eingekauften Energie.

Unsere Serviceangebote im Bereich Energiemanagement

PDCA-Zyklus im Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001:2018

Im Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001 wird zunächst im Planungsschritt der eigene Energieverbrauch und eventuelle Energieverschwendung analysiert. Hier stellt sich auch die Frage, wie effizient die einzelnen Anlagen sind und wie viel Energie diese verbrauchen. Auch die Betrachtung der Tätigkeiten und Prozesse aus der betrieblichen Praxis gehören zu diesem Punkt. Daraus werden Maßnahmen abgeleitet, um den Energieeinsatz zu optimieren und Ineffizienzen abzustellen. Im Anschluss folgt die Umsetzung der geplanten Maßnahmen in der Do-Phase. Die Check Phase dient zur Kontrolle. Hier müssen Sie überprüfen, ob alle Maßnahmen gewirkt haben und ob Sie die festgestellten Ineffizienzen abgestellt haben. Ist dies der Fall, werden die ermittelten Maßnahmen in der Act Phase standardisiert. Bei einer Nichterfüllung müssen entsprechende Korrekturmaßnahmen entwickelt und implementiert werden. Mit dem nächsten Schritt startet der PDCA-Zyklus mit der Planungsphase von vorne. Somit wird die kontinuierliche Verbesserung sichergestellt.

Dieser Prozess wird mit allen Energieträgern die Sie eingekauft haben aber auch mit den Energieträgern, die Sie selbst erzeugen, durchgeführt. Ein Teil der Energieträger wird insbesondere in Unternehmen nicht eingekauft, sondern Sie nutzen die eingekauften Endenergieträger um weitere Energieformen, die intern verwenden und benutz werden, zu erzeugen. Ein weitverbreitetes Beispiel ist etwa die Dampferzeugung, die z.B. mithilfe von Gas oder mit anderen fossilen Energieträgern betrieben wird. Der Dampf als Energieträger kann von Ihnen im Unternehmen an verschiedenen Stellen, etwa in Prozessen als Prozesswärme verwendet werden.

Ein anderes Beispiel ist die Erzeugung von Druckluft, die mithilfe von typischerweise Strom betriebenen Kompressoren im Unternehmen stattfindet. Die Druckluft wird im Unternehmen verteilt an die Stellen an denen sie als Energieträger benötigt wird. Auch diese Energieträger, die wir selbst erzeugt haben, sind natürlich im Energiemanagementsystem zu betrachten. Im Unterschied zu den eingekauften Energieträgern haben Sie hier auch das Thema der Umwandlung eines Energieträgers etwa von Strom in Druckluft und dessen Wirksamkeit als Themenbereich des Managementsystems.


Welche Vorlagen, Musterdokumente und Checklisten benötigen Sie zur Einführung oder Betreuung Ihres ISO 50001 Energiemanagementsystems?


Wir bieten Ihnen zahlreiche Checklisten und Mustervorlagen zur ISO 50001 und zum Energiemanagement an. Alle Vorlagen erhalten Sie in einem offenen Format, sodass Sie diese auf Ihre Bedürfnisse anpassen und direkt im Unternehmen verwenden können. Mehr Informationen finden Sie in unserer Rubrik der Musterdokumente ISO 50001.


Was ist Energie und welche Rolle spielt sie im Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001?

Wenn wir von Energiemanagement nach ISO 50001 reden, dann dreht sich alles um das Management des betrieblichen Energieverbrauchs. An dieser Stelle wird es schon schwierig - unterhalten Sie sich mit einem Physiker aus dem Bekanntenkreis, dann wird dieser sofort die Hand heben und Ihnen erläutern, dass Energie nicht verbraucht werden kann.

Einer der bekanntesten Physiker, der Nobelpreisträger Richard Feynman hat letzten Endes gesagt: ""Wir müssen uns klarmachen, dass wir eigentlich gar nicht wissen was Energie ist"". Energie ist letzten Endes eine Übereinkunft, eine Bezeichnung, die für die Fähigkeit eines Systems eine externe Aktivität oder Arbeit zu leisten verwendet wird. Energie können Sie dazu nutzen, um Dinge zu verändern, wie z.B. beim Autofahren. Hier bewegt sich das Auto. Die Bewegung ist der Effekt der Energie. Es wird eine Arbeit verrichtet bzw. eine externe Aktivität ausgelöst.

Grundlagen - Energie

Woher Energie überhaupt kommt, können wir uns aktuell nicht genau erklären. Als Ausgang wird heutzutage der Urknall festgelegt, bei welchem das gesamte Universum entstanden ist - Fakt ist, dass Energie schon immer da war und auch sein wird. Der ersten Leitsatz der Thermodynamik (Energielehre) beschreibt, dass es nicht möglich ist Energie zu erzeugen oder sie zu vernichten. Energie kann allerdings umgewandelt werden - die Energieform wird z.B. bei der Stromherstellung in einem Windkraftwerk von Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt. Materie, die eine Energie beherbergt, nennt man typischerweise Energieträger. Klassische Formen von Energieträgern sind z.B. Strom, Brennstoffe, aber auch Dampf, Wärme oder Druckluft. Ihr Unternehmen kauft im Regelfall nutzbare Energieträger ein und verwendet diese. Dabei kann der Energieträger wie bereits beschrieben entweder eine direkt nutzbare Energieform sein oder wird erst im Unternehmen in eine nutzbare Form der Energie umgewandelt.

Für das Energiemanagement nach ISO 50001 relevant sind die Formen von Energie, die man entweder käuflich erwerben oder mit technischen Mitteln herstellen kann. Diese nutzbare Energieform wird in Ihrem Unternehmen in Maschinen, Anlagen und Prozessen genutzt, um externe Aktivitäten oder Arbeiten zu verrichten.

Was ist das Ziel und der Nutzen des Energiemanagements?

Der Energieverbrauch einer Organisation hat einen Einfluss auf die Umwelt. Für die Energieerzeugung werden Rohstoffe wie z.B. Kohle oder Erdöl benötigt. Die Förderung erfolgt dabei häufig durch Tagebau. Dadurch findet eine Veränderung der Landschaft statt (bewegen großer Erdmassen). Auch durch regenerative Energien wie Wasser- oder Windkraft erfolgt eine Veränderung der Umwelt. Auch die Förderung von zusätzliche Ressourcen für den Bau müssen Sie dabei miteinbeziehen. Ein weiterer Punkt sind Emissionen, die mit der Herstellung von Energie verbunden sind, dabei ist besonders die Emission von Kohlendioxid zu beachten. CO2 verstärkt den Treibhauseffekt auf der Erde und trägt damit einen großen Teil zum Klimawandel bei.

Alle genannten Aspekte verändern die Umwelt und haben somit einen Einfluss auf diese. Gesetzlich wurden zahlreiche Veränderungen vorgenommen - der Schutz der Umwelt und die Nachhaltigkeit stehen nun deutlich stärker im Fokus wie zuvor. Unternehmen müssen somit auf den wachsenden Druck der Regierung und den sozialen Einfluss der Bevölkerung reagieren, um nachhaltig und zukunftsorientiert zu handeln. Ziel der DIN EN ISO 50001:2018 ist es, Organisationen bei der fortlaufenden Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu unterstützen. Die „energiebezogene Leistung“ sind messbare Ergebnisse bezüglich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch – Ziel der Norm ist damit die Unterstützung von Organisationen bei der fortlaufenden, messbaren (nachweisbaren) Verbesserung ihrer Energieeffizienz, ihres Energieeinsatzes und Energieverbrauchs.

Sie können Ihr Unternehmen gemäß ISO 50001 zertifizieren lassen. Mit einer Zertifizierung weißen Sie beim Gesetzgeber auch ein erfolgreich geführtes EnMS nach und können so von steuerlichen Erleichterungen profitieren. Durch die Zertifizierung können Sie so beim Spitzenausgleich bis zu 90% der Mehrbelastung einsparen.

Inhouse Schulungen und Beratung zum Thema Energiemanagementsysteme

Sie wünschen sich ein auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Seminar zur DIN ISO 50001:2018 in Ihrem Unternehmen? Mit unseren Inhouse Schulungen kommen wir zu Ihnen und schulen Sie zu Ihrem Wunschthema. Gerne stehen wir Ihnen auch bei der Einführung und Zertifizierung Ihres Managementsystems beratend zur Seite - sprechen Sie uns einfach an.

Struktur und Aufbau der ISO 50001 - die High Level Structure

Die DIN ISO 50001:2018 baut auf einer für alle modernen Managementsystemnormen einheitlichen Struktur auf. Diese Struktur, die High Level Structure (HLS), ist fest definiert und umfasst 10 Abschnitte. Diese Abschnitte sind bei allen Managementsystemnormen gleich und verbindlich enthalten. Diese Einteilung hat den Vorteil, dass Sie sich zum einen schneller in einer Norm zurechtfinden, wenn z.B. in Ihrem Unternehmen bereits ein anderes Managementsystem mit einer HLS implementiert ist. Zum anderen können Sie die Audits aufgrund der einheitlichen Textbausteine besser planen. So ist Ihnen die Möglichkeit eines integrierten Audits gegeben. Einige Bausteine von Normen können Sie bei mehreren implementierten Managementsystemen (z.B. bei einem Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 oder einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001) auf einmal betrachten. Dadurch verringert sich der Aufwand des Audits deutlich.

Abschnitt 1-3 - Anwendungsbereich, Normative Verweisungen und Begriffe

Die High Level Structure folgt dem PDCA-Zyklus und ist eng mit diesem verwoben. Die Abschnitte 1-3 der Norm ISO 50001:2018 haben einen einleitenden Charakter und beinhalten keinerlei Anforderungen. Darin wird zunächst der Anwendungsbereich der Norm definiert und die Frage geklärt, wer die Norm überhaupt nutzen und implementieren kann. Der 2. Abschnitt behandelt normative Verweisungen. Hier finden Sie eine Übersicht über zusätzliche Normen, die Sie für das Managementsystem nutzen können. Die DIN ISO 50001 enthält keine zusätzlichen normativen Verweisungen. Der dritte Abschnitt definiert typische Begriffe, welche die Norm häufig verwendet.

Abschnitt 4 - Kontext der Organisation

Die folgenden 7 Abschnitte der ISO 50001 mit den normativen Forderungen können jeweils den Phasen des PDCA-Zyklus zugeordnet werden. Der vierte Abschnitt - Kontext der Organisation gemäß ISO 50001 ist der erste Abschnitt mit normativen Forderungen. Hier müssen Sie das Umfeld Ihres Unternehmens betrachten und die Anforderungen interessierter Parteien in Ihr Managementsystem einbeziehen. Aus diesem Grund umspannt der Normabschnitt 4 den kompletten PDCA Zyklus und hat einen Einfluss auf alle weiteren Abschnitte.

Abschnitt 5 - Führung

Abschnitt 5 Führung der DIN ISO 50001 zielt auf die Leitung des Unternehmens ab. Diese stellt den Mittelpunkt des Managementsystems dar und ist für dieses verantwortlich - dargestellt als zentraler Punkt in der Mitte des PDCA-Zyklus. Hier sind die Aufgaben der Führung im EnMS definiert.

Abschnitt 6 - Planung

Die erste Phase des PDCA-Zyklus ist die Planungsphase. Hier finden Sie auch den 6. Abschnitt gemäß der Norm ISO 50001. Dieser beschreibt die Anforderungen an die Planung, wie die Definition von Energiezielen, die energetische Bewertung, der Definition von Energieleistungskennzahlen, der Ermittlung der energetischen Ausgangsbasis, der Planung einer Energiedatensammlung und der Betrachtung von Risiken und Chancen.

Abschnitt 7 - Unterstützung

Mit dem nächsten Normabschnitt wechseln Sie in die Durchführungsphase und somit zu den Unterstützungsprozessen. Dazu gehört die Verteilung und Bereitstellung von Ressourcen sowie die Ermittlung und Sicherung der Kompetenz. Auch für ein ausreichendes Bewusstsein für das EnMS bei den Mitarbeitern müssen Sie sorgen. Die Norm ISO 50001 definiert außerdem, wie Sie die Kommunikation aufbauen sollten und was dokumentierte Informationen sind.

Abschnitt 8 - Betrieb

Ebenfalls in der Do-Phase des PDCA-Zyklus ist der 8. Abschnitt der ISO 50001:2018 zu finden. Beschrieben werden hier die betrieblichen Prozesse und die Anforderungen an den Betrieb. Dabei spielen die betriebliche Planung und Steuerung, die Auslegung und Beschaffung eine wichtige Rolle.

Abschnitt 9 - Bewertung der Leistung

In der Check-Phase, also der Überprüfungsphase, wechseln Sie zu Abschnitt 9 der Norm. Mit der Bewertung der Leistung geht die DIN ISO 50001 darauf ein, wie Sie z.B. mit internen Audits oder einer Managementbewertung die Wirksamkeit Ihres Managementsystems überprüfen können.

Abschnitt 10 - Verbesserung

Der letzte Abschnitt gemäß der ISO 50001 behandelt die Verbesserung und befindet sich in der Act-Phase des PDCA-Zyklus. Hauptaspekte sind hier der Umgang mit Nichtkonformitäten und die kontinuierliche Verbesserung.


SEMINARVORSCHAU
ENERGIEMANAGEMENT ISO 50001 UND ENERGIEAUDIT EN 16247