Was ist Klimamanagement und warum ist Klimaschutz wichtig?


Beim Klimamanagement geht um die Identifikation, Kontrolle sowie Reduzierung bzw. Vermeidung von Emissionen. Nie war es so wichtig wie heute, dass alle Bereiche der Wirtschaft Emissionen reduzieren. Denn nur so können die Klimaziele, z.B. aus der Pariser Klimakonferenz, erreicht werden. Auch der Druck von außen durch Kunden, Staat und Stakeholder wächst stetig. So wird auch zunehmend Transparenz im Hinblick auf die Aktivitäten zum Klimaschutz oder Klimarisiken durch das Unternehmen gefordert. Daher ist ein funktionierendes Klimamanagement für Unternehmen unerlässlich. Dabei legen Sie eine zu Ihrem Betrieb passende Klimastrategie fest und setzen diese um.

Was ist die Definition von Klimamanagement?

Unter Klimamanagement versteht man eine systematische, gezielte Herangehensweise an die Verringerung von Emissionen mit negativer Veränderung für das Klima sowie die Umwelt. Dabei umfasst das betriebliche Klimamanagement die langfristige und strategische Auseinandersetzung mit Emissionsquellen, die direkt oder indirekt durch das Unternehmen verursacht werden. Ebenso müssen Risiken, die sich für das Unternehmen durch den Klimawandel ergeben, gesteuert werden. Aber auch die Berichterstattung über den Umgang mit den Folgen des Klimawandels sind Bestandteil vom Klimamanagement.

Bisher gibt es kein standardisiertes Vorgehen für Klimamanagement. Denn ein einheitlicher Standard in Bezug auf Klimaschutz fehlt bisher. Daher finden sich große Unterschiede in der Auslegung und Qualität der Managementsysteme. Auch die Gefahr von Greenwashing ist dadurch hoch. Die Grundlage eines erfolgreichen Klimamanagements bilden im Idealfall funktionierende Managementsysteme in den Bereichen Umweltmanagement, Energiemanagement und Qualitätsmanagement.

Grundlage für Klimamanagement

Was sind die Vorteile von Klimamanagement?

Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnt ein gutes Klimamanagement immer mehr an Bedeutung. Vor allem Unternehmen können somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Neben gesetzlichen Anforderungen tragen aber auch die Anforderungen von Stakeholdern dazu bei, dass sich immer mehr Betriebe und Organisationen mit dem Thema befassen. Um sich den ändernden Rahmenbedingungen anzupassen und Klimaauswirkungen möglichst zu reduzieren, rückt das Thema Klimamanagement bei Unternehmen daher immer weiter in den Fokus. Im Folgenden die wichtigsten Vorteile durch das Klimamanagement:

  • Erfüllung der Forderungen nach klimafreundlichen Produkten
  • Kostensenkung durch Analyse von Energieverbräuchen und dadurch bedingt Identifizierung von Einsparpotenzialen
  • Zukunftsorientierung, Imagegewinn und somit ggf. Wettbewerbsvorteil
  • Einhaltung von gesetzlichen Verpflichtungen

Wie entwickeln Sie eine erfolgreiche Klimastrategie?

Die Klimastrategie stellt die Basis für Ihr Klimamanagement dar. Dabei legen Sie fest, welche Ziele Ihr Unternehmen in Bezug auf Klimaschutz verfolgt und wie Sie mit den Folgen des Klimawandels umgehen. Die Leitlinie lautet dabei "Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren". Die Klimastrategie bildet den Rahmen für Ihre Klimaziele und die Umsetzung dieser. Auch für interessierte Parteien sollte sie einsehbar und nachvollziehbar sein.

Dabei ist es wichtig, dass CO2 Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. Das heißt also, dass Sie nicht nur Emissionen bei der Produktion, sondern auch bei sonstigen Dienstleistungen sowie dem Transport (der fertigen Produkte) vermindern sollten. Betrachtet man die Globalisierung und weltweite Vernetzung von Unternehmen, kommt der aktiven Zusammenarbeit mit Lieferanten oder sonstigen Dienstleistern eine wesentliche Rolle zu. Folgende Punkte sollten Bestandteil einer authentischen Klimastrategie sein:

Grundlage für Klimamanagement
  • Die Verpflichtung zum Klimaschutz
  • Der Rahmen für Ihre Klimaziele, eventuell mit Zielsetzung der Klimaneutralität
  • Die Verpflichtung zur Erfüllung klimarelevanter Aspekte, zum Beispiel die Energieeffizienz der Gebäude
  • Die Verpflichtung, das Klimamanagement kontinuierlich zu verbessern

Definieren von glaubwürdigen Klimazielen

Einer der wichtigsten Bestandteile des Klimamanagements ist die Festlegung von Klimazielen. Dabei sollten Sie unterscheiden zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen. Außerdem wird zwischen direkten und indirekten Treibhausgasemissionen unterschieden. Damit Ihre Klimaziele glaubwürdig sind, sollten diese auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur globalen Erwärmung beruhen. Dabei können Sie Ihre Ziele durch die SBTi als "wissenschaftsbasiert" anerkennen lassen. Im Anschluss an die Definition Ihrer Ziele sollten Sie entsprechende Maßnahmen für die Erreichung dieser festlegen.

Sie können bei der Definition Ihrer Ziele zwei Ansätze verfolgen. Für glaubwürdige Klimaziele sollten Sie beide Ansätze kombinieren ohne dass dazwischen Lücken entstehen.

  • Bottom-Up Ansatz (Operative Ziele)
    Dabei werden kurz- bis mittelfristige Ziele festgelegt. Diese nehmen die identifizierten Potenziale zur Minderung und Einsparung von Energie als Basis.
  • Top-Down Ansatz (Strategische Ziele)
    Dabei werden mittel- bis langfristige Ziele festgelegt. Die Ziele dienen hier als Leitfaden für die standortspezifischen Emissionen und die gesamte Klimawirkung des Unternehmens. Dabei können wissenschaftsbasierte Ansätze oder global vereinbarte Klimaschutzziele genutzt werden, ohne dass alle Potenziale zur Minderung bekannt sein müssen.

Welche Ausbildung benötigen Sie zur Einführung eines Klimamanagementsystems?


Mit unseren Schulungen zum Klimamanagement machen wir Sie fit für die Zukunft und den Weg hin zur Klimaneutralität. Von der Einführung ins Thema, über die Treibhausgasbilanzierung sowie die Erstellung von CO2 Footprints, die Identifizierung von Klimarisiken bis hin zur Betreuung & Weiterentwicklung eines Klimamanagementsystems bilden wir Sie umfassend und praxisnah aus.

Sie wünschen sich ein extra auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Seminar zum Klimamanagement und dessen Prozesse in Ihrem Unternehmen? Mit unseren Inhouse Schulungen kommen wir zu Ihnen und schulen Sie zu Ihrem Wunschthema. Wir stehen auch gerne beratend zur Seite - sprechen Sie uns einfach an.

Einführung Klimamanagement

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Die 4 Grundpfeiler für ein erfolgreiches Klimamanagement


Im Wesentlichen basiert das betriebliche Klimamanagement auf 4 Grundpfeilern, die wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen.

Verständnis für die Auswirkungen des Klimawandels

Zunächst gilt es herauszufinden, wie sich der Klimawandel auf das Unternehmen auswirkt. Dabei ist die Identifikation klimarelevanter Prozesse entlang der Wertschöpfungskette von Bedeutung. Wichtig ist dabei, dass Sie die wesentlichen Emissionsquellen für Treibhausgase ermitteln und diese priorisieren. Fokussieren Sie sich dabei einerseits auf die Quellen, welche mengenmäßig die meisten Treibhausgase verursachen. Gleichzeitig sollten Sie aber auch die Risiken sowie Chancen im Zusammenhang mit den Emissionsquellen berücksichtigen. Andererseits ist aber auch wichtig, dass Sie sich auf solche Emissionsquellen konzentrieren, die für interne und externe Parteien von Bedeutung sind und die Sie möglichst einfach beeinflussen können.

Treibhausgasbilanz bzw. Corporate Carbon Footprint erstellen

Die Erstellung einer Treibhausgasbilanz (THG-Bilanz) bzw. die Ermittlung eines Carbon Footprints bildet den Grundstein für Ihr betriebliches Klimamanagement sowie die Entwicklung einer Klimastrategie. Denn nur, wenn Sie die CO2 Emissionen Ihres Unternehmens kennen, können Sie auch geeignete Maßnahmen zu deren Verringerung festlegen. Für die Treibhausgasbilanzierung gibt es verschiedene Standards, die Ihnen Anleitungen bieten. Zu diesen Standards zählen z.B. GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol), die ISO 14064 oder ISO 14067. Wie genau Sie einen Corporate Carbon Footprint erstellen, zeigen wir Ihnen auch in unserer Klimaschutzbeauftragter Ausbildung.

Weg zum Klimamanagement

Klimaberichte erstellen und kommunizieren

Ein weiterer wichtiger Grundstein für das betriebliche Klimamanagement ist die Kommunikation. Grundlage hierfür ist der Klimabericht. Dieser dient vor allem zur Information interessierter Parteien. Neben der Klimastrategie sollten Sie den einzelnen Stakeholdern dabei auch zielgruppenspezifische Informationen zur Verfügung stellen.

Die Erstellung eines Klimabericht bringt Ihnen dabei verschiedene Vorteile. Da immer mehr Investoren auf Nachhaltigkeit setzen, können Sie mit dem Bericht zeigen Sie, dass Sie das Klimamanagement proaktiv angehen. Somit werden Sie für Investoren attraktiver. Gleichzeitig fördern Sie mit einem Klimabericht auch die allgemeine Reputation und stärken so das Vertrauen in Ihr Unternehmen.

Geeignete Maßnahmen ableiten und steuern

Nachdem Sie Ihre THG Bilanz erstellt, Ihre CO2 Emissionen priorisiert haben und wissen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Ihr Unternehmen hat, müssen Sie eine Klimastrategie ableiten. Die Klimastrategie sollte dabei Ihre Vision, Ziele sowie Klimaschutzmaßnahme enthalten. Die Vision dient in diesem Zusammenhang als Leitbild für das betriebliche Klimamanagement. Hierin beschreiben Sie, wie Sie Ihr Unternehmen zukünftig positionieren möchten. Bei der Definition von Klimaziele sollten Sie nicht nur die standortbezogenen CO2 Emissionen berücksichtigen. Auch hier gilt es wieder, auch vor- sowie nachgelagerte Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzubeziehen. Anschließend gilt es Maßnahmen abzuleiten, mit denen Sie Ihre Ziele adressieren können.

Wie wird man als Unternehmen klimaneutral?

Klimaneutralität beinhaltet alle Faktoren, welche eine unveränderte globale Durchschnittstemperatur zur Folge haben. Als Unternehmen sind Sie also dann klimaneutral, wenn alle betrieblichen Aktivitäten dieses Kriterium erfüllen. Da es sehr schwierig ist bestimmte Faktoren wie Luftverschmutzung oder Feinstaub einzuschätzen, ist echte Klimaneutralität ein sehr anspruchsvolles Ziel. Die Klimaneutralität schließt zudem die THG-Neutralität und die CO2-Neutralität mit ein:

  • CO2-Neutralität
    Diese tritt ein, wenn alle CO2-Quellen und -Senken ausgeglichen sind. Allerdings wird die Erderwärmung hier trotzdem weiter voranschreiten, denn es handelt sich nur um den Ausgleich der CO2-Emissionen. Die CO2-Neutralität kann als Übergangsziel zur Klimaneutralität verstanden werden.
  • THG-Neutralität
    Diese tritt ein, wenn alle THG nach Definition des Kyoto-Protokolls ausgeglichen werden. Derzeit können jedoch nicht alle THG direkt ausgeglichen werden. Deshalb erfordert die THG-Neutralität eine Übererfüllung der CO2-Emissionen.

Schritte zur Klimaneutralität

Im Folgenden finden Sie die Schritte, die für das Erreichen von Klimaneutralität wichtig sind.

  • Ermitteln des Ist-Zustands: THG-Bilanz, klären von Einflussmöglichkeiten
  • Definieren von Zielen: Bis wann? Welche Unternehmensteile/Standorte?
  • Vermindern: Wo liegen Effizienzpotenziale? Wie lassen sich diese umsetzen?
  • Vermeiden: Wo kann ich aus "eigener" Kraft klimaneutral werden?
  • Kompensation: Welche Möglichkeiten und Gutschriften kommen in Frage?
  • Strategieentwicklung: Wie lässt sich die Klimaneutralität in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und Zielsetzung umsetzen
Darstellung Klimaneutralität

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Kati Brehmer
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