Was ist Arbeitsschutzmanagement - Definition, Aufgaben & Ziele

In diesem Fachartikel der VOREST AG erfahren Sie, was Arbeitsschutzmanagement (ASM) ist und welche Aufgaben nötig sind, um ein wirksames Arbeitsschutzmanagementsystem (SGA-Managementsystem) aufzubauen. Arbeitsschutzmanagement hilft Unternehmen, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz systematisch zu steuern. Es schafft klare Strukturen, reduziert Risiken und unterstützt Organisationen dabei, gesetzliche Anforderungen einzuhalten und Arbeitsunfälle nachhaltig zu vermeiden. Neben diesen Gesetzen, die den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz verbindlich regeln, bietet die DIN EN ISO 45001 einen international anerkannten Rahmen für den systematischen Aufbau eines Arbeitsschutzmanagementsystems.

Dieser Fachartikel der VOREST AG basiert auf langjähriger Praxiserfahrung aus zahlreichen Schulungen, Audits und Umsetzungsprojekten im Bereich Arbeitsschutzmanagement.

Inhalte Ihres Fachartikels

Was ist Arbeitsschutzmanagement (SGA-Management)?

Das Arbeitsschutzmanagement beschreibt die systematische und planvolle Organisation des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Es umfasst alle Strukturen, Prozesse und Maßnahmen, mit denen Unternehmen Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gewährleisten und kontinuierlich verbessern. Ziel ist es, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken präventiv zu vermeiden, anstatt erst auf Schadensereignisse zu reagieren. Ein effektives Arbeitsschutzmanagement umfasst auch die Schulung von Mitarbeitern, z.B. durch eine regelmäßige Unterweisung. So wird sichergestellt, dass sie die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse haben, um ihre Arbeit sicher auszuführen. Es umfasst außerdem die Überwachung und Bewertung der Arbeitssicherheitsleistung und die kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsschutzmanagementsystems bzw. SGA-Managementsystems.

Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 ist zudem ein wichtiger Bestandteil eines integrierten Managementsystems und kann mit anderen Managementsystemen wie Qualitätsmanagement, Umweltmanagement und Energiemanagement kombiniert werden, um eine umfassende, ganzheitliche Herangehensweise an das Management von Sicherheit, Gesundheit, Qualität und Umwelt zu schaffen.

Video: Was ist ein ISO 45001 Arbeitsschutzmanagementsystem?

In diesem Video der VOREST AG erfahren Sie, was die ISO 45001 eigentlich ist und was man untere einem Arbeitsschutzmanagementsystem versteht. Behandelt wird unter anderem, was ein Managementsystem grundsätzlich ausmacht, welche Erkenntnisse internationale Organisationen wie die International Labour Organization (ILO) zum Thema Arbeitssicherheit liefern und welche Normen als Vorläufer der ISO 45001 gelten. Darüber hinaus wird erläutert, welche Aufgaben ein Arbeitsschutzmanagementsystem übernimmt und welche Rolle es bei der Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz spielt.

Inhalte des Videos:

  • Was ist ein Managementsystem?
  • Untersuchung der International Labour Organization (ILO) 2017
  • Vorläufer der ISO 45001
  • Was sind die Aufgaben eines Arbeitsschutzmanagementsystems?

Aufbauorganistation

Die Aufbauorganisation beschreibt, wer im Unternehmen für arbeitsschutzrelevante Aufgaben verantwortlich ist. Dazu gehört die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Befugnissen für alle Tätigkeiten, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz betreffen. Sie müssen dabei festlegen, wer Arbeitsschutzprozesse initiiert, koordiniert und überwacht. Ein typisches Beispiel ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung: Hier ist zu klären, wer für die Planung, Durchführung, Bewertung der Ergebnisse und die Ableitung von Maßnahmen verantwortlich ist.

Ablauforganisation

Mit der Ablauforganisation legen Sie anschließend fest, wie die Ausführung von arbeitsschutzrelevanten Tätigkeiten erfolgt. Bei dem Beispiel der Gefährdungsbeurteilung müssen Sie beispielsweise bestimmen, ob die Gefährdungsbeurteilung mittels Betriebsbegehungen, Mitarbeiterbefragung oder sicherheitstechnischer Überprüfung von Arbeitsmitteln erfolgt. Die Ablauforganisation unterliegt dabei dem sogenannten PDCA-Zyklus. Verantwortlich für das SGA-Managementsystem bzw. Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) ist zumeist ein benannter Arbeitsschutzmanagement-Beauftragter in Zusammenarbeit mit einer Fachkraft oder mehreren Fachkräften.

Welche Vorteile bietet ein Arbeitsschutzmanagementsystem?

Ein systematisch eingeführtes Arbeitsschutzmanagement bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, sowohl in rechtlicher als auch in organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Es sorgt dafür, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz nicht als Zusatzaufgabe, sondern als fester Bestandteil der betrieblichen Prozesse verstanden und umgesetzt werden.

Erhöhte Rechtssicherheit

Durch die strukturierte Umsetzung der geltenden Arbeitsschutzvorschriften erhöht sich die Rechtssicherheit für das Unternehmen. Ein wirksames Arbeitsschutzmanagement hilft, Verantwortlichkeiten klar zu regeln und Prozesse nachvollziehbar zu gestalten. Dadurch kann im Ernstfall auch der Vorwurf eines Organisationsverschuldens vermieden werden.

Integration des Arbeitsschutzes in die Geschäftsprozesse

Arbeitsschutzmanagement stellt sicher, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden. Der Arbeitsschutz läuft damit nicht parallel zur eigentlichen Arbeit, sondern ist fest mit den betrieblichen Prozessen verbunden und wird bei Entscheidungen systematisch berücksichtigt.

Beteiligung der Beschäftigten

Ein weiterer Vorteil liegt in der aktiven Beteiligung von Führungskräften und Mitarbeitenden. Klare Zuständigkeiten und regelmäßige Unterweisungen fördern das Sicherheitsbewusstsein im Unternehmen. Die Einbindung der Beschäftigten steigert nicht nur die Akzeptanz von Maßnahmen, sondern wirkt sich auch positiv auf Motivation, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft aus.

Reduzierung von Kosten und Ausfallzeiten

Durch gezielte Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten lassen sich Ausfallzeiten und damit verbundene Kosten deutlich reduzieren. Ein funktionierendes Arbeitsschutzmanagement trägt somit auch zur wirtschaftlichen Stabilität und Produktivität des Unternehmens bei.

Wettbewerbsvorteil

Die ISO-45001-Zertifizierung bestätigt dann, dass ein Unternehmen ein Arbeitsschutzmanagementsystem implementiert hat, das den Anforderungen der Norm entspricht. Dies schafft einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Organisationen, die keine Zertifizierung vorweisen. Die Zertifizierung zeigt Ihren Kunden und Mitarbeitern, dass Ihr Unternehmen sich stark für den Arbeitsschutz engagiert und verantwortungsbewusst handelt.

Video: Vorteile eines Arbeitsschutzmanagementsystems

Sie stehen vor der Aufgabe ein Arbeitsschutzmanagementsystem nach ISO 45001 einzuführen und fragen sich, welche Vorteile und Nutzen Ihnen die Einführung bringt? Wir zeigen Ihnen, welche Vorteile die ISO 45001 mit sich bringt und warum auch Sie die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Mitarbeiter schützen sollten.

Inhalte des Videos:

  • Kosteneinsparung durch die ISO 45001
  • Ökonomie des Arbeitsschutzes (Grafik)
  • Integration des Arbeitsschutzes in laufende Prozesse
  • Wer ist für den Arbeitsschutz zuständig?
  • Welche Arbeitsunfälle müssen gemeldet werden?
  • Maßnahmenhierarchie bei Arbeitsunfällen

Welche Ziele hat das Arbeitsschutzmanagement?

Das übergeordnete Ziel des Arbeitsschutzmanagements ist es, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig zu schützen. Für jedes Unternehmen sollte dies von zentraler Bedeutung sein. Dass es im Bereich Arbeitssicherheit Handlungsbedarf gibt, zeigen die immer noch hohen Zahlen an arbeitsbedingten Unfällen und Erkrankungen. Weltweit gibt es beispielsweise ca. 2,78 Mio. arbeitsbedingte Todesfälle pro Jahr. Die Kosten für arbeitsbedingte Erkrankungen, Verletzungen und Todesfälle betrugen 2.990 Milliarden US-Dollar bzw. 3,94 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (Quelle: International Labour Organization (ILO) 2017).

Systematische Integration des Arbeitsschutzes

Arbeitsschutzmanagement verfolgt das Ziel, Sicherheit und Gesundheitsschutz dauerhaft in die Prozesse, Strukturen und Entscheidungen des Unternehmens einzubinden. Der Arbeitsschutz soll nicht als Einzelmaßnahme verstanden werden, sondern als fester Bestandteil der Unternehmensorganisation und -führung.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsumgebung. Dazu gehört die Beseitigung gefährlicher Arbeitsbedingungen ebenso wie die Umsetzung ergonomischer und gesundheitsfördernder Standards. Sichere und gesund gestaltete Arbeitsplätze tragen maßgeblich zum Wohlbefinden der Beschäftigten bei.

Wirtschaftliche Stabilität und Leistungsfähigkeit

Die Vermeidung von Unfällen und Erkrankungen führt langfristig zur Reduzierung von Ausfallzeiten und Kosten. Gleichzeitig wirkt sich eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung positiv auf Zufriedenheit, Motivation und Produktivität der Beschäftigten aus.

Welche Aufgaben gibt es im Arbeitsschutzmanagement?

Die Aufgaben im ASM bestehen darin, Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten systematisch zu planen, umzusetzen, zu überwachen und kontinuierlich zu verbessern. Ziel ist es, arbeitsbedingte Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten und den Arbeitsschutz dauerhaft in die betrieblichen Abläufe zu integrieren.

Zu den zentralen Aufgaben des Arbeitsschutzmanagements zählen insbesondere:

  • Identifikation von Gefährdungen und Risiken
    Erkennen und bewerten von Gefährdungen am Arbeitsplatz, beispielsweise durch Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation oder menschliche Faktoren.
  • Durchführung und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung
    Systematische Ermittlung von Risiken sowie Ableitung geeigneter Schutzmaßnahmen, einschließlich regelmäßiger Überprüfung und Anpassung bei Veränderungen.
  • Festlegung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen
    Planung technischer, organisatorischer und personenbezogener Maßnahmen zur Reduzierung oder Vermeidung von Gefährdungen.
  • Organisation von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
    Klare Zuordnung von Aufgaben, Befugnissen und Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz, um eine wirksame Umsetzung sicherzustellen.
  • Unterweisung, Schulung und Sensibilisierung der Beschäftigten
    Vermittlung von sicherheitsrelevantem Wissen und Förderung eines sicherheitsbewussten Verhaltens im Arbeitsalltag.
  • Überwachung der Wirksamkeit von Maßnahmen
    Regelmäßige Kontrollen, Begehungen und Auswertungen, um zu prüfen, ob die getroffenen Maßnahmen den gewünschten Schutz bieten.
  • Dokumentation im Arbeitsschutz
    Nachvollziehbare Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen, Maßnahmen, Unterweisungen und Prüfungen als Grundlage für Transparenz und Rechtssicherheit.
  • Kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsschutzes
    Analyse von Ereignissen, Beinaheunfällen und Kennzahlen, um den Arbeitsschutz fortlaufend weiterzuentwickeln.

Die Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung beschreibt die systematische Ermittlung und Bewertung aller relevanten Gefährdungen, denen Beschäftigte bei ihren Tätigkeiten im Unternehmen ausgesetzt sein können. Ziel der Gefährdungsbeurteilung ist es, Risiken für Sicherheit und Gesundheit frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen. Die Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen ist eine zentrale Aufgabe im Arbeitsschutzmanagement und daher auch im Arbeitsschutzgesetz verankert. Die Anforderungen dazu sind in mehreren Verordnungen zum Arbeitsschutzgesetz konkretisiert. Auch in der ISO 45001 ist die Gefährdungsbeurteilung zu finden. Im Unterabschnitt 6.1.2 fordert die Norm nämlich die Ermittlung von Gefährdungen und Bewertung von Risiken und Chancen.

Wie erfolgt die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung?

Die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung folgt einem strukturierten Vorgehen. Die nachfolgenden Schritte geben einen Überblick über die wesentlichen Punkte, die im Rahmen des Arbeitsschutzmanagements zu beachten sind.

  1. Vorbereiten:
    Der erste wichtige Schritt ist die Vorbereitung. Hier legen Sie fest, wer die Gefährdungsbeurteilung durchführt. Im Anschluss daran erfassen Sie die Betriebsorganisation und definieren die Betrachtungseinheiten.
  2. Ermitteln von Gefährdungen:
    Im zweiten Schritt erfolgt die Ermittlung der für die Tätigkeit signifikanten Gefährdungen. Sie können dabei eine Liste von Gefährdungsfaktoren, wie sie die Berufsgenossenschaften zur Verfügung stellen, zur Hilfe nehmen.
  3. Beurteilen der Gefährdungen:
    An dieser Stelle bewerten Sie die ermittelten Gefährdungen auf eventuellen Handlungsbedarf, z.B. anhand normierter Schutzziele (rechtlicher Vorgaben) oder mit Bewertungshilfen (Leitmerkmalmethode, einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe etc.).
  4. Festlegen von Schutzmaßnahmen
    Auf Basis der Bewertung werden Schutzziele und geeignete Maßnahmen festgelegt. Dabei ist stets das STOP-Prinzip zu berücksichtigen:
    Substitution,
    Technische Maßnahmen,
    Organisatorische Maßnahmen,
    Persönliche Schutzmaßnahmen.
  5. Durchführen der Maßnahmen:
    Damit die festgelegten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden, müssen Sie Verantwortlichkeiten und Fristen definieren sowie die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Dabei sollten Sie die Umsetzung der Maßnahmen überwachen. Hierbei helfen beispielsweise To-Do Listen oder die Etablierung von Berichtspflichten.
  6. Überprüfung der Wirksamkeit
    Nach der Umsetzung der Maßnahmen ist deren Wirksamkeit zu überprüfen. Dieser Schritt ist vom Gesetz ausdrücklich gefordert und geht über die reine Umsetzungskontrolle hinaus. Zentrale Leitfrage dabei ist: Wurde das definierte Schutzziel erreicht?
  7. Dokumentation der Ergebnisse:
    Nach § 6 ArbSchG müssen mindestens das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die festgelegten Maßnahmen sowie das Ergebnis ihrer Überprüfung in Unterlagen ersichtlich sein.
  8. Fortschreiben:
    Eine Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung ist immer bei Änderungen der betrieblichen Gegebenheiten (insb. Umbauten, neue Arbeitsmittel, neue Arbeitsstoffe), Erkennen neuer Gefährdungen (Änderungen des Stands der Technik, Auftreten von Unfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen etc.) erforderlich.

Schritt für Schritt zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems

Die Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (SGA-Managementsystems) erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Bei der Umsetzung dieser Schritte unterstützt Sie die ISO 45001 und legt konkrete Anforderungen fest. Als grobe Anleitung können Sie sich jedoch an den folgenden Schritten orientieren.

1. Bestandsaufnahme und Lückenanalyse

Zu Beginn empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme, um den aktuellen Stand des Arbeitsschutzes im Unternehmen zu erfassen. Dabei werden bestehende Strukturen, Prozesse und Maßnahmen analysiert. Eine Lückenanalyse zeigt auf, welche Anforderungen bereits erfüllt sind und in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht.

2. Sicherstellung des Management-Commitments

Für eine erfolgreiche Implementierung des Arbeitsschutzmanagementsystems ist es entscheidend, dass die Geschäftsleitung die Einführung aktiv unterstützt. Das Management-Commitment ist dabei der Grundpfeiler, da es die erforderlichen Ressourcen bereitstellt und die Arbeitsschutzkultur im Unternehmen fördert. Als Management-Commitment bezeichnet man das aktive Engagement und die klare Verpflichtung der Unternehmensleitung gegenüber einem bestimmten Ziel oder System, in diesem Fall dem Arbeitsschutzmanagement. Es bedeutet, dass die oberste Führungsebene nicht nur Verantwortung übernimmt, sondern auch konkrete Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass bestimmte Standards, wie die der ISO 45001, eingehalten werden.

3. Definition der Rollen und Verantwortlichkeiten

Im nächsten Schritt werden Rollen, Zuständigkeiten und Befugnisse im Arbeitsschutz festgelegt. Häufig wird eine verantwortliche Person benannt, die die Umsetzung und Überwachung des Arbeitsschutzmanagementsystems koordiniert. Klare Verantwortlichkeiten sind Voraussetzungen für eine wirksame Steuerung und kontinuierliche Verbesserung.

4. Durchführung einer Risikobewertung und Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung bildet das zentrale Element des Arbeitsschutzmanagements. Hier werden potenzielle Gefährdungen systematisch ermittelt und bewertet. Auf dieser Grundlage werden geeignete Maßnahmen festgelegt, um Risiken für Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten zu minimieren.

5. Identifizierung und Erfüllung rechtlicher Anforderungen

Die Einhaltung aller relevanten rechtlichen und regulatorischen Anforderungen im Bereich des Arbeitsschutzes ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzmanagements. Dies umfasst nationale Arbeitsschutzgesetze, Verordnungen und branchenspezifische Vorschriften. Durch die Integration dieser Anforderungen in Ihr Arbeitsschutzmanagementsystem stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen rechtssicher agiert und Bußgelder oder Haftungsrisiken vermeidet.

6. Festlegung von Zielen und Maßnahmen im Arbeitsschutz

Im nächsten Schritt sollten Sie konkrete Arbeitsschutzziele definieren, die Sie erreichen möchten. Diese Ziele sollten messbar, realistisch und an den spezifischen Bedürfnissen Ihres Unternehmens ausgerichtet sein. Darauf aufbauend werden Maßnahmen und Programme entwickelt, um diese Ziele zu erreichen und den Arbeitsschutz kontinuierlich zu verbessern.

7. Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter

Ein wirksames Arbeitsschutzmanagement erfordert die aktive Beteiligung Ihrer Mitarbeiter. Durch regelmäßige Schulungen und Unterweisungen werden Wissen, Verantwortungsbewusstsein und Sicherheitskultur im Unternehmen gestärkt.

8. Dokumentation des Arbeitsschutzmanagementsystems

Die ISO 45001 fordert eine umfassende Dokumentation des Arbeitsschutzmanagementsystems. Diese Dokumentation dient als Nachweis, dass alle Prozesse, Verfahren und Maßnahmen gemäß der Norm implementiert sind. Dazu gehören unter anderem die Risikobewertungen, Notfallpläne, Arbeitsanweisungen sowie die Nachverfolgung von Korrekturmaßnahmen.

9. Interne Audits und kontinuierliche Verbesserung

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess muss im Rahmen des Managementsystems sichergestellt werden. Interne Audits helfen Ihnen dabei, die Wirksamkeit Ihres Arbeitsschutzmanagementsystems regelmäßig zu überprüfen und potenzielle Schwachstellen zu identifizieren. Auf Grundlage dieser Audits können Sie kontinuierlich Anpassungen vornehmen, um die Arbeitssicherheit stetig zu verbessern.

10. Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle

Nachdem Sie Ihr SGA-Managementsystem gemäß den Anforderungen der ISO 45001 implementiert haben, erfolgt das Zertifizierungsaudit durch eine externe, akkreditierte Zertifizierungsstelle. Das Audit prüft, ob Ihr Managementsystem den Anforderungen der Norm entspricht. Bei erfolgreicher Prüfung erhalten Sie das ISO 45001-Zertifikat, das in der Regel für drei Jahre gültig ist und regelmäßigen Überwachungsaudits unterliegt.

Ihre Arbeitsschutzausbildung bei der VOREST AG – Die Basis für ein erfolgreiches Arbeitsschutzmanagementsystem

Mit den VOREST AG Ausbildungen zum Arbeitsschutz nach ISO 45001 sind Sie fit für die Anforderungen eines modernen SGA-Managementsystems. Egal ob Sie Einsteiger sind oder bereits Erfahrung gesammelt haben und nun Ihre Expertise vertiefen möchten - bei uns finden Sie das passende Seminar. Mit unserer modularen Qualifizierung können Sie mit dem Lehrgang Basiswissen ISO 45001 in die Grundlagen der Arbeitsschutzmanagement Norm einsteigen oder sich zum Internen Auditor ISO 45001, Managementbeauftragten für Arbeitsschutz oder externen Auditor ausbilden. Viele unserer Schulungen sind bereits als E-Learning Kurs verfügbar und können zudem direkt im Unternehmen oder daheim durchgeführt werden.

Kostenloser E-Learning Kurs - Arbeitsschutzmanagement ISO 45001

Kostenloser E-Learning Kurs - Arbeitsschutzmanagement ISO 45001

Kostenloser E-Learning Kurs zum Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 mit Einführung in Zweck, Aufbau der Norm und High-Level-Structure.

Preis: 0,00 € | Kursformat: E-Learning

Basiswissen Arbeitsschutzmanagement ISO 45001
1

Basiswissen Arbeitsschutzmanagement ISO 45001

Schulung zum Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 mit Grundlagen zur Norm, ihren Anforderungen sowie zur Einführung, Betreuung und Zertifizierung eines SGA-Managementsystems im Unternehmen.

Preis: 1199,00 € | Kursformat: Präsenz

Preis: 1139,05 € | Kursformat: Virtual-Classroom

Interner Auditor ISO 45001
2

Interner Auditor ISO 45001

Schulung zum Arbeitsschutzmanagement nach ISO 45001 mit Grundlagen zur Norm, ihren Anforderungen sowie zur Einführung, Betreuung und Zertifizierung eines SGA-Managementsystems im Unternehmen.

Preis: 1199,00 € | Kursformat: Präsenz

Preis: 1139,05 € | Kursformat: Virtual-Classroom

Arbeitsschutzmanagement-Beauftragter ISO 45001
3

Arbeitsschutzmanagement-Beauftragter ISO 45001

Ausbildung zum Arbeitsschutzmanagementbeauftragten nach ISO 45001 zur Einführung, Betreuung und Weiterentwicklung des SGA-Managementsystems sowie zu den entsprechenden Aufgaben im Unternehmen.

Preis: 1299,00 € | Kursformat: Präsenz

Preis: 1234,05 € | Kursformat: Virtual-Classroom

Kostenloser Gesamtkatalog der VOREST AG zum Download

Kostenloser Gesamtkatalog der VOREST AG zum Download

Gesamtkatalog der VOREST AG mit allen Schulungen rund um Managementsysteme, Prozessoptimierung und Methoden zum kostenlosen Download.

Sie wissen noch nicht, welcher Kurs der richtige ist?

Fragen zu Formaten, Förderung oder Inhalten?

Sevil Kaya
Mail: skaya@vorest-ag.de
Telefon: 07231 92 23 91 33

Katharina Reutter
Mail: kreutter@vorest-ag.de
Telefon: 07231 92 23 91 37


✔ Was ist Arbeitsschutzmanagement - als Whitepaper herunterladen

Sichern Sie sich diesen Artikel als übersichtliches PDF-Whitepaper – ideal zur internen Schulung, Dokumentation oder Weitergabe.

Whitepaper kostenlos herunterladen

FAQ - Wichtige Fragen zum Arbeitsschutzmanagement

Was ist Arbeitsschutzmanagement?

Arbeitsschutzmanagement bezeichnet die systematische Organisation aller Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten. Es sorgt dafür, dass Arbeitsschutz strukturiert geplant, umgesetzt und kontinuierlich verbessert wird.

Welche Aufgaben gibt es im Arbeitsschutzmanagement?

Zu den Aufgaben gehören die Ermittlung von Gefährdungen, die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen, die Festlegung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen, Schulungen der Beschäftigten sowie die Überprüfung der Wirksamkeit.

Welche Vorteile hat Arbeitsschutzmanagement für Unternehmen?

Ein Arbeitsschutzmanagement erhöht die Rechtssicherheit, reduziert Arbeitsunfälle und Ausfallzeiten, senkt Kosten und fördert Motivation, Produktivität und Vertrauen bei Beschäftigten und externen Partnern.

Welche Ziele hat Arbeitsschutzmanagement?

Ziel ist es, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen und den Arbeitsschutz dauerhaft in die betrieblichen Prozesse zu integrieren.

Wie erfolgt der Aufbau eines Arbeitsschutzmanagementsystems?

Der Aufbau erfolgt schrittweise, beginnend mit einer Bestandsaufnahme, der Festlegung von Verantwortlichkeiten, der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen sowie der Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem die Schulung und Unterweisung der Beschäftigten, um Sicherheitsbewusstsein und Handlungskompetenz zu stärken. Abschließend werden die Maßnahmen dokumentiert sowie regelmäßig auf Wirksamkeit überprüft.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsschutzmanagement und SGA-Management?

Inhaltlich besteht kein Unterschied. SGA-Management steht für „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ und ist die in der ISO 45001 verwendete Bezeichnung für Arbeitsschutzmanagement.

Welche Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung im Arbeitsschutzmanagement?

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Instrument, um Risiken am Arbeitsplatz systematisch zu erkennen, zu bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen abzuleiten.

Welche Bedeutung hat die ISO 45001 für das Arbeitsschutzmanagement?

Die ISO 45001 bietet einen international anerkannten Rahmen für den systematischen Aufbau und die Weiterentwicklung eines Arbeitsschutzmanagementsystems, ersetzt jedoch keine gesetzlichen Pflichten.

VOREST AG Logo

Herausgeber: VOREST AG

Die Inhalte dieser Seite wurden vom Redaktionsteam der VOREST AG erstellt. Das Redaktionsteam besteht aus erfahrenen Trainern und Beratern für ISO-Managementsysteme und internationale Standards.

Seit 1999 unterstützen wir Unternehmen aller Branchen bei der Einführung, Umsetzung und Weiterentwicklung von Managementsystemen mit fundiertem Fachwissen und praxiserprobten Lösungen.

Mehr zur Redaktion der VOREST AG